pst.

dabei hab ich mir doch geschworen es nicht so weit kommen zu lassen.

dabei hatte ich mir doch versprochen, dich nicht gewinnen zu lassen.

trotzdem. lieg ich jetzt hier. im bett und die musik trägt mich davon. zurück in mein kleines tränenland.

warum? ja. warum. meine seifenblase ist geplatzt. mein glasschlösschen ist gebrochen. und dann hast du mit einer nadel ein loch in mein herzluftballon gestochen.

absicht? nein.

versehen? nein.

es hat einfach nicht gepasst. 2 puzzleteile mit 4 ecken. schicksal hat nicht versucht sie ineinander zu klemmen, wie kleine kinder. wie ich es mal getan habe.

hätte es mal…

aber das ist nicht meine wahl gewesen. du bist nicht meine wahl gewesen. nicht jetzt und nicht später.

und obwohl es so leicht klingt stark zu sein und zu akzeptieren, heul ich doch bloß rum, wie jede andere enttäuschte blöde ziege…

die wahnwitzige welt der bücher.

Chaos. Das ist wohl das Wort, welches die Situation auf dem Leipziger Messegelände am besten beschreibt. Mein Fahrer, sprich mein Vater, schimpft und wirft mit den wüstesten Ausdrücken um sich, weil ein Männeken im Neonwestchen uns Richtung Matschwiese dirigiert. Ich dagegen bin froh angekommen zu sein.  Zwei Stunden Autofahrt voll Müdigkeit, schlimmster Radiomusik und dröhnender Kopfschmerzen. Nun geht es ab ins Getümmel! Was hab ich die Buchmesse vermisst.

Letztes Jahr habe ich hier eines meiner Lieblingsbücher vom Sänger einer meiner Lieblingsbands entdeckt. ‘wo die wilden maden graben’ von muff potter.-Frontmann nagel. Ein wundervoll leichter und sehr ironisch Schreibstil, der einem die Tür zum Phänomen Rockstarleben auf Tour einen Spalt breit öffnet. Außerdem habe ich ‘mängelexemplar’ von Sarah Kuttner hier kennengelernt und diese auch gleich live auf dem blauen sofa des ZDF erleben dürfen. Erstaunt war ich, wie viel Power und Witz in dieser kleinen Frau (1,54m glaube ich) steckt. Das Buch ist fantastisch, wenn ich nur wüsste, wem ich es zur Zeit geliehen habe…Irrelevant für euch. Ich war beeindruckt von der Gratwanderung, die Kuttner hier bewältigt. Sie schreibt nicht pathetisch, sie schreibt nicht zu melancholisch. Sie beschreibt die saugende Traurigkeit von Caros Depression, aber sie lässt die Protagonistin nicht ohne Witz und ohne Humor. ‘Verfickt’ oder ‘Scheiße’ erleichtern die Situation, geben dem Leser doch das Gefühl depressiv mag kein toller Zustand sein, vielleicht auch kein normaler, aber auch in diesem tiefen schwarzen Loch verlässt einen sein verunreinigtes Sprachzentrum nicht. Man kann immer noch laut fluchen und kämpfen.

Aber darum soll es ja heute nicht gehen. Heute geht es um die Buchmesse. Um meine Erlebnisse auf der Buchmesse und ein wenig um meine Erinnerungen. Da kommt ihr nicht umhin.

Woran ich mich sehr deutlich erinnere, ist ein gewisses Frustgefühl. Da tummeln sich in diesen Hallen unzählige Verlage, altbekannte und frischgebackene Autoren und einige der besten Journalisten Deutschlands. Enttäuscht war ich allerdings von den Moderatoren. Ich erwähnte bereits meine ‘Begegnung’ live und in Farbe mit dem Frollein Kuttner. Was ich bisher verschwieg, war die Inkompetenz ihres Interviewpartners, der a) das Buch nicht verstanden zu haben schien und b) wahnsinnig machtlos gegen die Präsenz und geballte Energie der Interviewten schien. Es ist doch peinlich, wenn man selbst als Jungjournalist (um diesen grässlichen Term zu benutzen) das Gefühl hat bessere Fragen stellen zu können, als der Mittfünfziger auf der Bühne. Das war letztes Jahr.

Dieses Jahr traf ich Helge Timmerberg. Was heißt ‘traf’… ich sah ihn. Ich hätte ihn treffen können, aber ich war zu verwirrt und verstrickt in eigene Reisepläne, als dass icih irgendeinen Gewinn aus einem kurzen Gespräch hätte ziehen können. Er auch nicht, da bin ich mir sicher. Helge Timmerberg ist Reisejournalist, einer der großen. Er hat bereits Reportagen im Stern, der Zeit und dem Playboy (diesen erwähne ich nicht, weil ich ihn spotten möchte, sondern weil ich selbst überrascht war, wieviel journalistische  Kompetenz offensichtlich in diesem Magazin stecken kann) veröffentlicht. ‘Shiva Moon’ lese ich zurzeit und bin hin und weg. Timmerberg schreibt leicht und lustig. Sehr lustig. Er ist nicht etwa ein großer Landschaftsbeschreiber, wie er selbst äußert, als er den Ganges entlangspaziert. Vielmehr widmet er sich seinen Gedanken, seinem Tagesablauf und seiner Faszination. Tränenlachend fand ich mich in meinem Zimmer wieder, nach einem Exkurs Timmerbergs in die Welt der Götter. ‘Verpiss dich, Opi’ soll Ganesha zu Shiva gesagt haben. Herrlich. Der Schreiber dieser wunderbaren Passagen wirkt wahnsinnig entspannt. Man wird bei seinem Anblick (langes, graues Haar, Dreitagebart, schwarzes Jackett, weißes Leinenhemd, eine Anzughose, die eher einer Trekkinghose gleicht und silbergraue Turnschuhe) sofort an seine Haschisch-Sucht erinnert. So sieht er aus. So wirkt er. Leicht durcheinander, wahnsinnig zufrieden mit sich und der Welt und irgendwie fehl am Platze. Seine Gesprächspartnerin ist ein wenig überfordert. Sie wirkt wie ein Moralapostel, als sie ihn nach seinen Drogenexzessen fragt. Er antwortet, er sei beim Haschisch hängengeblieben. Das Publikum, welches sich im Halbkreis um das Podium gesetzt hat, lacht. Die Interviewerin kichert, welches im krassen Gegensatz zu ihren angespannten Gesichtszügen steht.  ‘Der Jesus vom Sexshop’ so heißt sein neues Buch. Darüber geredet wird indirekt. Helge Timmerbergs Art und Weise zu reden erinnert mich ein wenig an Horst Schlämmer. Seine Lache auch. Dieses kurze Schnauben zwischen den Atemstößen.  Lustig ist er, schlagfertig, charmant. Abenteuerlustig, wie seine Geschichten ihn darstellen. Macho? “Ich liebe die Frauen.”, sagt er. “In einer Welt ohne sie würde ich mich, glaub ich, erschießen. Wenn das heißt ich bin ein Macho, dann bin ich das gerne.” Sein breites selbstzufriedenes Grinsen wirkt ansteckend. Mitte 50 ist er, wirkt jedoch wie Anfang 30. Jung geblieben durch das Abenteuer, so nennt man das wohl. Reisen möchte er immer noch, nur “Kakerlaken, das muss nicht mehr sein”. Als ich wieder zuhause bin, werfe ich sofort meinen Laptop an und schaue, wie ich nach Indien kommen kann. Alleine. Mit 16. was für eine Unternehmung. Ich werde wohl noch warten müssen.. aber wieso? Helge Timmerberg, der große Abenteurer ist mit 17 nach Indien getrampt. Ich will auch. Weg. Los. Verdammtes Fernweh.

Was gab es noch auf der Buchmesse? Meine Wunschliste hat sich wieder verlängert. Sehr sogar. Ich bin erneut an vielen Verlagsständen vorbeigelaufen, die Manuskripte und junge Autoren suchen. Nein, eigentlich nicht mal junge, einfach nur Autoren. Neue Autoren. Ich bin Pikachu und Sailor Moon begegnet. Verschreckend wie sich manche verkleiden. Aber ich bin trotzdem begeistert. Auch wenn es nicht immer zum Vorteil ist, wie sich einige Anziehen. Es erinnert mich teilweise an Mariah Carey und ihr Presswurstdasein. Es geht ja aber nicht darum perfekt auszusehen, sondern es geht darum, sich wie sein Held zu kleiden und Teil einer großen Community zu werden. Faszinierend. Hätte ich doch auch nur so eine Begeisterung, solch ein Hobby, so viele Bekannte aus allen Ecken der Welt…am Ende finde ich mich trotzdem auf der Suche nach dem mare-Verlag wieder. Die erfolglos bleibt. Vielleicht nächstes Jahr.

Bis dahin wünsche ich allein Leseverrückten und Mangamenschen ein tolles Jahr. Bereitet eure Kostüme vor. Und liebe Moderatoren, bereiten Sie sich besser vor. Oder anders. Vielleicht sollte ich es mal probieren? Lieber nicht. Ich kann eher belehren als verbessern.

Mit dieser Selbsterkenntnis wünsche ich allen noch einen wunderschönen Sonntag und eine tolle Arbeitswoche. Haha. Für einen Moment habe ich selbst daran geglaubt..

Poeterei.

Die Kälte kriecht in die Kleidung, klettert die Beine hinauf, saugt sich fest und lässt den Blick schweifen.

Im Winter fällt es leicht einsam zu sein – eine dieser Weisheiten, die sich Schriftsteller bei Zugfahrten notieren, wenn sie versuchen die Welt in Worte einzufangen.

Ob es einfach ist? Klischee-Dichterei? Ja, irgendwie schon. Buchstabenfetischisten und Phrasenakrobaten sitzen nah beieinander, wärmen sich und lassen ihre Herzen beieinander schlagen, füreinander. Für ihre Texte, die sie mit langsamer aber bestimmter Stimme vortragen. Vielleicht sind sie ein wenig überbetont diese Worte…”Liebe”, “Abschied”, “Fernweh”.

Herzschlag, Stühlescharren, Kaffeekranzgespräche, Grußaustausch und ein fester Händedruck.

Verloren für eine Weile zwischen den Seiten seiner Biografie, Licht fällt durch die hohen Fenster. Sonne. Endlich wieder. Wärmen faltige Wangen und ausgebleichte Seiten. Erlebt oder nachempfunden?

Magische Momente zerplatzen wie Regentropfen an der Scheibe. Weiterfahren..weiterträumen.

Wintereinsamkeit, meine Liebe.

i wanna be sedated.

“Is that the side that plays?”

Nichts versüßt einem mehr den Nachmittag als 2 Rentner, die sich wundern, wie denn so eine CD funktioniert.  Oder 20 Senioren mit Rollstühlen und Krücken, die Ramones zum besten geben.

Young@Heart brachte die Zuschauer beim Los Angeles Filmfestival zu spontanen Standing Ovations im Lichtspielhaus. Ich bin gerade dabei diesen Film zu genießen. Undzwar sowas von. 20 Minuten sind gerade mal rum und ich bin so begeistert, dass ich euch diesen Film gleich mal ans Herz legen möchte. Er ist etwas dafür. Fürs Herz. Für die Seele. Für die Augen und für die Ohren.

Es ist noch nichts amüsanter, als ein Haufen älterer Damen und Herren im Durchschnittsalter von 80, die sich zusammen tun um legendäre Punksongs wie “Schiziophrenia” von Sonic Youth zum besten zu geben. Wenn man dann auch noch von einer Chor-Teilnehmerin gestanden bekommt, dass sie ihre Gehörgänge vorher sorgfältig mit Taschentüchern versiegelt hat, damit ihre sensiblen Ohren nicht zu Schaden kommen, möchte man sie am liebsten in den Arm nehmen. Und schließlich seine eigene Oma motivieren an so einem gigantischen und genial-absurden Projekt teilzunehmen.

Ich wünsche mir nur, dass ich auch einmal so eine coole Rock’n'Roll Oma werde.

zugfahrt.

Du stehst am Bahnhof und möchtest nur noch los. Der Zug fährt ein, leicht verspätet, aber das macht dir nichts. Das bist du gewöhnt. Du hoffst, dass du einen Platz am Fenster bekommst. Einen schönen Platz, von dem aus du hinausschauen kannst. In der Tasche liegt dein iPod, voll geladen. Du freust dich auf die Stunden mit deiner Musik, der Landschaft und der Anonymität des Reisens. Du hoffst, du hast keinen unangenehmen Sitznachbarn, wie in der Schule. Du möchtest niemanden kennenlernen, du möchtest deine Gedanken schweifen lassen. Du möchtest nichts tun, nur Zugfahren.

Du hast verschiedenes probiert: Auto, Flugzeug, Bus. Der Zug ist an dir hängen geblieben. Zumindest für Etappen, die weit genug sind, um sich fallen zu lassen und zu kurz für das Flugzeug. Versteh das nicht falsch. Tu ich nicht. Ich weiß, du liebst das Fliegen, die Freiheit, die Unabhöngigkeit. Im Moment liebst du den Zug.

Du steigst ein und lässt dich auf einen gepolsterten Stuhl fallen. Dein Herz macht einen kleinen Hüpfer, als der Zug langsam anrollt und der Bahnhof sich immer weiter entfernt. Du bist auf dem Weg. You’re on the road, again. Du könntest Lesen, du könntest dich mit dem gutaussehenden Kerl links von dir unterhalten. Du willst Musik hören. Vielleicht einige Menschen beobachten. Du möchtest einfach nur ein wenig nachdenken. Sehen, woran ihr gerade vorbeigefahren seid. Du sitzt lieber gegen die Fahrtrichtung, du schaust lieber zurück als nach vorne. Du siehst lieber die Dinge, die andere schon gesehen haben und entdeckst deine eigene Sicht.

Warum Dinge entdecken? Das ist doch nicht faul. Ich finde es nicht faul, ich finde es gewagt. Ich finde es toll, anders zu sein. Und so fährst du weiter und weiter und weiter. Über Brücken, Flüße entlang, durch große weite Felder und beobachtest den blauen Himmel, freust dich über die Regentropfen die sanft an der Scheibe zerplatzen. In deinem Ohr deine Musik, in deinem Herzen Fernweh und doch das Gefühl von Heimat.

flugangst.

Ein wunderbarer Musiker, ein wundertolles Stück, ein wunderschöner text.

Danke Gisbert.

Ich und die Leidenschaft
was für eine ungewohnte Kombination
ich weiß auch nicht so genau
wie das passieren konnte

Aber hier steht auf einmal ein Sprungbrett
was für eine merkwuerdige Situation
soll ich jetzt springen ….oder was?

Und ich steh auf und renne los und stoße blind
gegen die immer gleichen Fragen
die kleinen Teufel meiner Angst sind immer bei mir
schiessen mir Pfeile in den Magen

In meinem Kopf die Melodien aus tausend Jahren
sie zermürben meine Phantasie
und da vorne schon das Brett und dann der Abgrund
und ich singe jetzt, jetzt oder nie

jetzt oder nie, oder nie, nie, nie, nie, nie, nie
oder nie

Ich und die Schwerkraft
was für eine Nervenaufreibende Kombination
ach wenn das gerade Stehen
nicht schon so anstrengend waere

Manchmal weiss ich nicht, mehr weiss ich nicht mehr
wo unten und oben ist
aber das hat eine ungeheure Faszination
und ich glaub so rum, ja so rum bin ich richtig

Und kann mir einer mal verraten wieso wir sind
wie wir sind in diesen Tagen
unsere Ohren empfangen alles in Reinform
und ich hör dich noch sagen klar und deutlich

Durch die Strassen fingen wir den kalten Wind
wie die Kinder ihre Phantasie
und wir atmen die Musik so gut wie heute
ging�s uns selten, oder vielleicht nie

vielleicht auch nie
vielleicht auch nie
nie, nie, nie

vielleicht auch nie
nie, nie, nie

Ich trag den schwierigen Stempel der Stadt auf der Stirn
es dauert nicht mehr lang und er brennt sich mir ins Hirn
und statt Haaren
wachsen mir wundervolle Flausen aus dem Kopf

Ich trag den schwierigen Stempel der Stadt auf der Stirn
es dauert nicht mehr lange und er brennt sich mir ins Hirn
und statt Haaren
wachsen mir wundervolle Flausen aus dem Kopf

…..und die gehen so

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alles anders.

Ferien.

Das heißt viel Zeit im Bett verbringen, viel Zeit in den virtuellen Welten des worldwideweb. Viel Zeit um endlich einmal sinnvolle Dinge zu tun. Eigentlich.

Wenn nur diese elende Lethargie nicht wäre.

Ich plane einige Veränderungen.

Flausen im Kopf und Knyphausen im Ohr.

tür auf. tür zu.

smilla.

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